Sonntag, 10. August 2008

Xi'Tang

Hallo, dieses Wochenende war ich wieder mit ein paar Praktikanten von Bosch unterwegs, diesmal in Xi’Tang. Das ist eine wunderschöne typisch alt-chinesische Wasserstadt ungefähr 2 Stunden entfernt von Hangzhou. Xi’Tang hat zwischen den Häusern ein ausgebautes Wassersystem, welches früher für Transportzwecke angelegt wurde und über das 104 schöne alte Steinbrücken gezogen wurden, wozu es wie zu fast allem in China wundervolle oder auch tragische Geschichten gibt. Zu der einen Brücke erzählt man sich zum Beispiel, dass hier vor 300 Jahren eine alte Holzbrücke gestanden haben soll, welche schon sehr morsch und marode war. Eines Tages ging eine hochschwangere Frau über die Brücke, die Brücke brach und die Frau ertrank. Daraufhin hat sich ein Tischler, welcher sehr gerührt von der Dramatik dieser Geschichte war, geschworen, die Holzbrücke durch eine massive Steinbrücke zu ersetzen. Aber leider war Stein damals schon sehr teuer in China und so musste er sehr hart arbeiten, bis er 10 Jahre später vor lauter Erschöpfung verfrüht starb. Leider war die Steinbrücke aber zu dem Zeitpunkt noch nicht fertig gestellt und so hat ihm dann ein Steinmetz, welcher zu ihm ans Sterbebett kam, versprochen, die Brücke fertig zu stellen, was er dann auch schließlich schaffte.
Die wirklich schönen Seiten von Xi’Tang soll man erst am Abend erleben können, da die Stadt dann in einem dusterem Licht eingehüllt wird und überall rote Lampenschirme an den Straßen hängen und so einem ein typisch Chinesischer Flair vermittelt wird. Und da auch die guten Restaurants erst abends aufmachen, haben wir uns dort ein Hostel mit 5 Zimmern genommen, welches wir dadurch komplett ausgebucht und so für uns alleine hatten. Eigentlich war das weniger wie ein Hostel sondern mehr wie ein Ferienhaus ausgestattet mit alten massiven Chinesischen Möbeln. In Xi’Tang wurde auch ein kleiner Teil von „Mission Impossible III“ mit Tom Cruise gedreht, worauf die Stadt sehr stolz ist. So sind wir dann, nachdem wir das Hostel bezogen hatten, durch die Straßen gewandert, woraufhin es mit einmal richtig heftig angefangen hat zu regnen. Aber irgendwie hat das der Stimmung und auch der Stadt kein Abriss getan, denn überall besitzt die Stadt kleine überdachte Korridore und überdachte Promenaden, was einen nur ab und zu zwingt mal ins Freie zu gehen. Langsam wurde es dann auch dunkel und wir haben uns ein Restaurant mit Blick auf den Fluss gesucht. Und wie immer war die Speisekarte natürlich komplett auf Chinesisch, wodurch wir wieder mit Händen und Füßen versucht haben verständlich zu machen, was wir eigentlich wollten bzw. einfach irgendwas auf der Karte gezeigt haben. Wir hatten dann am Ende Fisch, Krebse und so ne Art Schweinshaxe. Danach haben wir dann noch ne Bootstour gemacht und sind dann in eine kleine Bar, wo uns ein paar Chinesen ständig zum Trinken aufgefordert haben. Denn je weiter man von den Großstädten weg kommt, desto mehr schauen die Chinesen nach einem und wollen Fotos mit dir machen, da Westler in den kleinen Dörfern eher eine Seltenheit sind. Selbst Xi’Tang, was eine typische Chinesische Touristenstadt ist, sieht selten Westler, da sie eher unter Chinesischen Touristen beliebt ist. Und so sind wir nach jeder Menge Bier und Schnaps und vielen Tausend Fotos später glücklich und zufrieden noch an einem Straßenstand was Essen gegangen, wo man sich kleine Spießchen mit Fisch, Tintenfisch, kleinen Vögeln und auch Gemüse aussuchen und direkt grillen lassen kann. Sehr sehr lecker. Nach dem Aufstehen sind wir noch ein wenig durch die Straßen gelaufen und dann hat uns ein Chinesisches Kamerateam angehalten, welches uns unbedingt begleiten wollte und uns beim Probieren von Chinesischen Spezialitäten filmen wollte, was wir dann auch eine halbe Stunde mit uns machen lassen haben und schließlich Kekse probiert haben, welche uns ein wenig von der Farbe und Konsistenz an Beton erinnert haben. Aber lecker waren die. Und danach sind wir wieder zurück nach Hangzhou, denn so hübsch Xi’Tang auch ist und so beeindruckt man von der Chinesischen Schönheit ist, wenn man die Stadt das erste Mal sieht, so klein ist sie leider auch. Bis dann.

Dienstag, 29. Juli 2008

Shanghai und Anzüge

Vorletztes Wochenende war ich mal wieder in Shanghai. Nach Shanghai von Hangzhou zu fahren ist echt kein Ding, denn die Züge brauchen nur ungefähr eine Stunde und eine Fahrt kostet 6€. Wir sind extra nach Shanghai gefahren, um uns Anzüge machen zu lassen. Dazu haben wir uns mit einem Praktikanten von Trumpf in Shanghai getroffen, welcher uns dann gleich den passenden Markt gezeigt hat. Das ist ein großes Einkaufszentrum, wo es viele kleine Läden gibt, welche dir alles schneidern, was du willst. Und alle rufen einem ständig irgendwelche Angebote hinterher. Und als wir dann einen Laden gefunden hatten, der uns vertrauenswürdig genug aussah, haben wir uns die Maße abnehmen lassen und den Stoff ausgesucht. Ich habe mir noch extra Bilder ausgedruckt, welche mir Julia zugeschickt hatte und welche mir sehr gut gefallen haben und habe gesagt, so möchte ich das gerne haben. Insgesamt habe ich mir zwei Hosen, ein Jackett, eine Weste und zwei Hemden machen lassen und insgesamt 95€ bezahlt. Aber generell muss man schon aufpassen oder kann Pech haben, so dass man bis zu viermal oder mehr hin muss, weil sie entweder ausdrücklich gewünschte Sachen nicht gemacht haben und vergessen haben, oder die Maße einfach nicht stimmen. Nachdem wir die Anzüge bestellt hatten, sind die anderen noch mal in den Fakemarkt und ich bin in das Museum für stadtgeschichtliche Entwicklung, welches fasst nur über die Expo 2010 in Shanghai berichtet. Aber unter anderem konnte man Shanghai in Klein auf einer Fläche von 150qm bewundern und konnte sich anschauen, wie Shanghai mal ausgesehen hat (zum Beispiel hat der Bund mit dem ganzen Hochhäusern, so wie er heute da steht, 1990 noch gar nicht existiert) und wie es sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. War ganz gut gemacht. Danach bin ich noch in so eine nachgebaute chinesische Altstadt direkt unter dem Museum, wo auch ein Künstler saß, welcher dich aus Knete nachgebildet hat. Und das habe ich natürlich direkt machen lassen. War recht lustig, weil er von vornherein ganz andere Farben und Knete verwendet hat, als er bei den Chinesen vor mir verwendet hat. Generell viel mehr Rot. Joah. Und letztes Wochenende war ich noch mal in Shanghai, um dann auch meine Anzüge abzuholen. Wir waren alle sehr fertig, da wir bis abends in einer Bar gesessen haben, wo irgendwann ein Amerikaner angefangen hatte uns ständig einen Drink nach dem anderen zu spendieren. Und das haben wir uns nicht nehmen lassen und haben ihm auch Drinks spendiert, unter anderem so einen Schlangenschnaps, welcher recht heftig ist und wo eine Schlange eingelegt ist. Das klingt sehr eklig, aber wir leben alle noch. Als wir bei den Anzügen angekommen waren, waren natürlich zwei Jacketts und eine Weste (u.a. von mir) noch nicht fertig. Die haben dann gemeint, dass sie uns den Anzug ins Hotel die Woche vorbeibringen. Wir haben es aber dann doch noch irgendwie aushandeln können, dass sie alles noch am gleichen Tag fertig machen und wir das abends abholen können. Zum Glück hat alles gepasst und es gab keinerlei weitere Probleme oder Änderungswünsche. Bloß leider habe ich dann zu Hause festgestellt, dass bei dem einen Hemd vergessen wurde die Schlitze für die Knöpfe des einen Ärmels zu machen. Aber egal, das kann ich auch hier in Hangzhou machen lassen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Anzug, denn er passt wirklich sehr gut und auch der Schnitt ist super. Ich darf bloß nicht zunehmen, denn der ist ja jetzt maßgeschneidert. So. Der nächste Blogeintrag folgt gleich noch diese Woche und damit dieser hier nicht zu lang wird, hör ich hier auf. Bis dann.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Qingdao

Hallo alle Zusammen,

gestern bzw. heute Morgen war ja wieder Fußball-Halbfinale Deutschland gegen Türkei. Und da das auch zum Glück bei uns übertragen wird, haben wir in einer Bar Bescheid gesagt, dass wir da (wir Interns) um drei aufkreuzen und mussten natürlich dafür auch wieder vorschlafen. Bei uns Interns sind auch drei Deutsch-Türken dabei, was die ganze Sache nochmal ein wenig spaßiger gemacht hat, denn jedes mal wenn ein Tor gefallen ist, hat man sich natürlich gegenseitig Sprüche an den Kopf gehauen. Und es sind ja genügend Tore gefallen. Das Spiel selbst war leider nicht so gut und irgendwie hat nichts bei den Deutschen gestimmt. Das gegen Portugal fand ich echt klasse. Naja. Blöd war auch, dass durch den Stromausfall in Österreich wir komplette 20 Minuten nichts von dem Spiel der zweiten Halbzeit mitbekommen haben und so Chinesische Kommentatoren die Pause mit Reden überbrückt haben. So haben wir 3 Tore nur durch SMS bzw. durch Zahlen die unten aufgepoppt sind, mitbekommen. Aber spaßig war’s trotzdem.

Am Montag war ich direkt nach der Arbeit in einem Chinesischen Restaurant, wo ein großer kochender Topf in der Mitte des Tisches steht, in dem sich eine Trennwand befindet und welche eine scharfe und eine milde Soße voneinander trennt. Und da drin kann man sich dann zu 8 die verschiedensten Sachen warm machen. Als ein paar von den Interns das letzte Mal in dem Restaurant waren, haben sie sich auch gleich noch Shrimps mitbestellt, bloß leider haben die noch gelebt und waren auf einem Spieß aufgespießt, so dass wir uns dieses Mal dagegen entschieden haben. Das ganze nennt sich dann „Hotpot“ und irgendwie kann man es mit Fondue vergleichen und zum Großteil macht man sich dann kleine Eier, jede Menge Gemüse und hauchdünne Fleischscheiben drin warm.

Letztes Wochenende waren wir zu sechst in Ji’nan und Qingdao. In Ji’nan gibt es nämlich wieder mal einen wunderschönen Berg, den Tai Shan, welcher wirklich der schönste in China sein soll und welchen am Wegrand nach oben jede Menge schöner alter Chinesischer Tempel säumen. Zu diesem Berg gibt es auch eine schöne Geschichte, die Geschichte von Pan Gu: Am Anfang, als noch alles Chaos war und Himmel und Erde noch eins waren, wurde Pan Gu geboren und begann Himmel und Erde voneinander zu trennen. Jeden Tag wurde die Erde dicker und der Himmel höher, bis nach schließlich 18.000 Jahren beide vollständig voneinander getrennt waren und Pan Gu an Erschöpfung starb. Sein Körper zersetze sich und seine Augen wurden Sonne und Mond, sein Blut wurde zu Flüssen, seine Tränen wurden zu Regen und sein Kopf und die Gliedmaßen wurde zu den fünf bekanntesten Bergen in China, der Kopf zum Tai Shan (…Auszug ausm Lonely Planet). Um den zu besteigen, sind wir Freitag direkt nach der Arbeit zum Bahnhof gefahren und sind von dort mit dem Nachtzug nach Ji’nan. Der Nachtzug war recht lustig, weil man, wenn man Hard Sleeper bucht, mit 50 anderen Chinesen in einem großen Abteil mit jeweils 3 Betten übereinander schläft. Eine wirkliche Trennung gibt es dabei nicht, so dass man wirklich jeden am anderen Ende des Abteils Schnarchen hört. Als wir dann nach 13 Stunden früh um 7 angekommen sind, sind wir zum Fuß des Berges gefahren und haben auch gleich den Aufstieg begonnen. Unten sind wir dann auf einen Chinesen getroffen, der auf jeder Stufe Halt gemacht hat, sich auf den Boden gelegt hat und 18-mal mit dem Kopf auf den Boden getippt hat. Und danach ging’s weiter zur nächsten Stufe.
Der Berg war wirklich sehr schön und die Stufen waren sehr sehr steil angelegt, so dass einem teilweise schon richtig schwindelig geworden ist. Aber es war eine super Aussicht und man hat viele interessante alte Chinesische Tempel sehen können. Und da wir auch noch durch so einen speziellen Bogen gelaufen sind, sind wir jetzt alle unsterblich.
Runter sind wir aber mit der Seilbahn, da uns dann auch noch die Zeit gefehlt hatte und wir am gleichen Tag noch nach Qingdao weiter gefahren sind.
Qingdao ist ein kleines Deutschland mitten in China. Irgendwann Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich Deutsche Siedler hier niedergelassen und jede Menge Häuser in Deutsch-Europäischen Stil errichtet und teilweise kommt man sich echt vor wie in Deutschland. Zunächst waren wir direkt nach dem Aufstehen auf einem typischen Chinesischen Markt, wo es alle möglichen Sachen, aber hauptsächlich Fisch gab, denn Qingdao ist, da es so nah am Wasser liegt, sehr für sein Sea-Food bekannt. Der Markt war super interessant und wir haben über Fisch, der aussieht wie Darm, Muscheln, die meterweit spucken können und Skorpionen jede Menge tolle Sachen gesehen. An den Skorpionen konnte ich natürlich nicht einfach so vorbei gehen und so habe ich mir den Uli geschnappt und wir haben zu zweit jeder einen Skorpion probiert. Der Skorpion wurde dazu heiß in Erdnussöl angebraten und wurde komplett mit Scheren und Stachel gegessen. Eigentlich hat man nichts weiter durchgeschmeckt als das Erdnussöl, aber schlecht hat er nicht geschmeckt. Weiterhin liegt Qingdao mitten am Meer und hat 6 verschiedene Strände. Leider hatten wir nicht die Zeit alle Strände auf ihre Tauglichkeit hin zu untersuchen, aber den einen den wir gefunden haben, der war über und über voll mit Algen, den ganz viele fleißige Männer und Bagger versucht haben mit Händen und Schaufeln wegzumachen. Denn hier sollen ja schließlich in zwei Monaten die Segelregatten der Olympiade stattfinden und dafür muss dann alles sauber sein. Aber das wird, denn wenn ich ein was in China gelernt habe, ist dass Entscheidungen hier rasend-schnell umgesetzt werden können. Ansonsten hat Qingdao auch noch eine sehr berühmte Brauerei, welche Bier ins ganze Land liefert und auch das beste Bier von allen Chinesischen Bieren macht und besitzt einen kleinen Stadtteil, der nur dem Bier huldigt. Was wir sehr lustig fanden, war dass an den verschiedenen Straßenbuden Bier in Plastiktüten verkauft wurde. Das ganze wurde dann auf der Straße ausm Fass befüllt, mit einer Waage gewogen und mit einem Strohhalm aus der Tüte getrunken. Mit den Tüten bewaffnet sind wir dann in ein kleines abgelegenes Fisch-Restaurant, um auch das Sea-Food mal zu probieren. Da haben wir uns dann Shrimps, Muscheln, einen Fisch in einer Pfeffersoße und Tintenfisch bestellt, was alles sehr sehr toll war. Nach diesem anstrengenden Wochenende sind wir dann am Sonntagabend wieder mit dem Flugzeug zurück nach Hangzhou, um noch ein wenig schlafen zu können, bevor es wieder auf Arbeit geht. Und jetzt freue ich mich tierisch auf Sonntag, wenn Deutschland im Finale steht und werde mir deswegen am Wochenende auch extra ein T-Shirt in Shanghai kaufen. So. Dann sende ich noch viele liebe Grüße aus dem schönen Hangzhou ins bezaubernde Deutschland und bis bald. Hannes.

Montag, 9. Juni 2008

Massage

Hallo alle Zusammen. Wie ich manchen vielleicht schon erzählt habe, spielen wir Interns ja regelmäßig Fußball und haben uns dafür auch extra Fußballschuhe besorgt. Und letztes Wochenende haben wir uns dann einen Platz der Uni gemietet und uns mit der Fußball-Mannschaft von Bosch verabredet und uns dafür alle extra einheitliche Trikots mit Namen, Bosch-Logo und Nummer drauf machen lassen. Meiner ist 汉斯, was soviel bedeutet wie Hans. Das Spiel war echt gut und bei der Hitze auch sau anstrengend, hat aber riesigen Spaß gemacht. Leider haben wir nur ein 2:2 herausgeholt, was wir aber beim nächsten Mal ausbessern wollen. Dazu wollen wir uns nämlich vielleicht das Stadion hier in Hangzhou mieten und das ganze Spiel etwas größer aufziehen und auch Mitarbeiter von Bosch dazu einladen. Mal schauen, ob wir das hin bekommen. Danach haben wir noch alle zusammen bei mir aufm Balkon gegrillt und den Abend bei Schrimps und Bier ausklingen lassen. Dieses Wochenende haben wir ein langes Wochenende, das heißt wir haben auch Montag frei. Eigentlich wäre ich ja echt gerne weggefahren, aber die Gruppe, wo ich mit wollte, wollte nach Peking und hatte sich leider (auch ich) zu spät um die Fahrkarten und Flüge gekümmert, so dass die an so einem langen Wochenende schnell recht teuer werden. Und da ich ja eh Ende September in Peking und so mindestens noch einmal da bin, dachte ich mir dieses WE muss ich da nicht unbedingt hin. So bin ich eben in Hangzhou geblieben und wir haben es uns mal so richtig gut gehen lassen. Denn endlich ist es ja soweit und die EM hat angefangen. Dazu haben wir am ersten Abend erst Toast Hawaii gemacht, danach Poker gezockt, dann EM bis 5 Uhr früh geschaut und sind dann ab ins Bett. Am nächsten Tag (gestern) sind wir dann um 12 Uhr raus und ich bin mit einem anderen Intern hier laufen gegangen. Danach sind wir zum Muslimen, welcher echt tolle Nudeln macht, was essen und danach zur Fußreflexzonenmassage. Dazu waren wir zu dritt in einem Raum mit drei Liegen und jeder hat so einen kleinen Tisch mit Tee und Obst drauf und man bekommt dazu die Füße massiert, was aber wiederum auch echt nicht ganz ungefährlich sein soll und bestimmte Krankheiten, die evt. in einem schlummern, hervorholen kann. So hatte einer unserer Interns direkt nach der Fußmassage vier Tage lang Durchfall und Fieber, was aber auch nicht unbedingt damit in Verbindung gebracht werden muss. Aber die Prozedur an sich ist echt schön und lohnt sich, obwohl ich mich teilweise echt zusammenreißen musste nicht laut loszulachen, weil ich nicht ganz unempfindlich an den Füßen bin. Ja. Und abends hat ja Deutschland gespielt und zum Glück dann auch gewonnen. Heute Morgen sind wir dann wieder um 12 aufgestanden, weil wir wieder erst um fünf ins Bett sind und eigentlich wollten wir auch wieder Joggen gehen, aber leider regnet es das ganze Wochenende immer mal wieder recht heftig. So sind wir erst was Essen gegangen und ich habe mal wieder einfach irgendwas von der Karte gewählt, wo ich dachte ich kenn die Zeichen, aber nur die Nudeln waren richtig. Und so hatte ich kalte Nudeln mit kalten Fleischscheiben, wo ich aber echt nicht erraten konnte, was das für Fleisch ist und es deshalb auch liegen gelassen habe. Naja, manchmal gewinnt man auch bei dem Spiel.
Und danach habe ich mich endlich mal zum Friseur gewagt, denn langsam sah es echt nicht mehr gut aus und die Seiten waren viel zu lang. Aber ich hatte mich einfach sehr lange nicht getraut, da einer von uns mit einer 2mm-Kurzhaarfrisur vom Friseur wiederkam. Und ich mein man kann ja viel mit Haargel korrigieren, aber wenn einfach nichts mehr aufm Kopf drauf ist, kann man auch nicht korrigieren. Aber hier zum Friseur zu gehen ist wirklich ein Erlebnis. Man kommt rein und wird von allen begrüßt. Danach setzt man sich auf Platz Nummer eins: hier bekommt man mit einem Shampoo und ein wenig Wasser ne halbe Stunde eine Kopfmassage (und wenn man will auch die Ohren gereinigt). Danach geht man auf Platz Nummer zwei zum Auspühlen. Auf Platz Nummer drei bekommt man dann als Ausländer ein Buch vorgelegt, wo man sich eine Frisur aussuchen kann, welche man dann verpasst bekommt, denn leider kann keiner Englisch. Aber ich muss sagen der hat es echt gut gemacht und hat auch genug zum korrigieren dran gelassen. Nachdem man fertig mit Schneiden ist, geht man zurück auf Platz Nummer zwei und bekommt noch mal die Haare ausgepühlt und an jedem Platz steht jemand Anderes, der für diese Aufgabe zuständig ist. Und anschließend bezahlt man 3,50€ und ich war wirklich sehr zufrieden. Das kann aber beim nächsten mal, wenn ich jemanden anderen bekommen, schon ganz anders aussehen.
Die nächsten drei Wochen werden denke ich recht anstrengend, da wir alle vorhaben, den Großteil der Spiele der EM auch zu verfolgen, auch wenn sie mitten in der Woche sind. Aber die beginnen hier leider immer entweder um 12 oder 3 Uhr abends/ früh, so dass wir wahrscheinlich immer irgendwie vorschlafen müssen, um früh um sechs für die Arbeit auch wieder fit zu sein. Zum Glück überträgt aber das chinesische Staatsfernsehen ausnahmslos alle Spiele und so sehr stört der chinesische Kommentator gar nicht und so freuen wir uns hier alle auf eine geile EM. Dann noch viele liebe Grüße aus Hangzhou nach Deutschland (und auch nach Amerika) und bis bald.

Dienstag, 27. Mai 2008

Xi'an

Heeey, heute will ich endlich wieder mal was schreiben, nachdem ich die ganze letzte Woche nicht weiter dazu gekommen bin, meinen Blog zu aktualisieren. Letztes Wochenende haben wir einen Ausflug nach Xi'an gemacht. Das ist da bei der Terracotta-Armee ca. 1300km von Hangzhou entfernt Richtung Landesinnere. Dazu sind wir Freitagabend von Hangzhou geflogen. Übernachtet haben wir die zwei Tage in einem Hostel, was sehr ähnlich denen ist, die ich in Amsterdam und Prag erlebt habe ist, so mit Billard-Tisch, Tisch-Fußball und 8-Mann-Zimmern. Und das Hostel ist mitten im Zentrum am Bell-Tower von Xi'an. Und Xi'an gilt als das Zentrum von China und da die Chinesen China als Zentrum der Welt sehen, haben wir quasi im Zentrum vom Zentrum vom Zentrum der Welt übernachtet. Klasse. Das Gute an dem Hostel ist, dass man dort direkt Touren in die Umgebung und sogar bis nach Tibet buchen kann. Und so haben wir uns für ne Tour zu der Terracotta-Armee und zu anderen Sehenswürdigkeiten hier in Xi'an entschieden. Morgens wurden wir dazu mit nem kleinen Bus und nen Tourguide nur für unsere Truppe abgeholt, welcher uns dann den ganzen Tag durch Xi'an gefahren hat und alles Sehenswürdigkeiten gezeigt hat und viel Spannendes dazu erzählt hat. Unter anderem waren wir noch in nem 6000 Jahre altem chinesischem Dorf und in ner Seidenfabrik, wo uns gezeigt wurde, wie aus kleinen Eiern Raupen werden, welche sich dann einspinnen und anschließend in einem Wasserbad mittels einer Rolle abgewickelt werden. Die Terracotta-Armee war auch sehr beeindruckend und stammt von dem gleichen Kaiser, welcher auch die Chinesische Mauer in Auftrag gegeben hatte. Das waren so ne Art Türsteher für sein Grab ca. 2000 vor Christus. Und das wurde dann irgendwann verwüstet und war verschollen, bis dann ca. 1970 Bauern beim Graben eines Wasserlochs auf das Grab gestoßen sind. Und so wurde aus den Feldern eine riesige Ausgrabungsstätte. Bis heute sind noch nicht alle Figuren freigelegt, weil man auf eine Technik hofft, um den Verfall der Farbe bei der Reaktion mit der Luft stoppen zu können. Denn wenn man die Figuren ausgräbt, setzt unmittelbar der Verfall der Farbe ein, bis nach ca. 1 Stunde nichts mehr davon zu sehen ist. Am Abend waren wir dann in der Innenstadt und haben uns Chinas schönstes Wasserspiel angeschaut mit Musik und 3 Fußballfeldern voller Wasserfontänen. War wirklich beeindruckend. Abends haben wir dann noch nach einer Disko gesucht, wurden aber nicht rein gelassen, weil Foreigners nur Streit suchen und um ihr Recht kämpfen und Aufruhr stiften, wie wir dann von Chinesen am Eingang erfahren haben, welche Englisch konnten. Am nächsten Tag sind wir dann noch ein bissel die Stadt erkunden gegangen und waren auf verschiedensten Märkten und in einer uralten chinesischen Mosche. In Xi’an gibt’s nämlich sehr viele Muslime und auch ein Muslimisches Viertel. Die Stadt selber ist von einer riesigen 14km langen quadratischen Mauer umgeben, welche ca. 15m hoch ist. Und auf der waren wir natürlich auch und haben uns dann da oben drei Tandems und nen Single-Bike ausgeliehen und sind einmal komplett rund um die Stadt gefahren. War wirklich spaßig. Danach sind wir wieder rein in die Stadt und wollten schauen, wann denn eigentlich unser Bus fährt. Und als ich dann in das Hotel mit der Businformation drin reingehe, kommen zunächst die ganzen Zimmermädchen ganz aufgeregt mir die Treppe entgegen. Ich bin weiter und irgendwie war es drin leer und kein Schwein stand mehr an seinem Platz, bis ich dann von hinten die Leute schreien höre „Get out of here, Earthquake!“. Also sind wir alle dann so schnell wie es ging raus und auf den nächsten großen freien Platz, wo sich eine riesige Menschentraube wild quatschender Chinesen angesammelt hatte. Von denen haben wir dann erfahren, dass gerade für 5 Sekunden die Erde gebebt hat, was man aber auch nur oben im 3. Stock spüren konnte. Sofort haben sich dann Polizisten vor die Eingänge aller Gebäude postiert, und keinen mehr rein gelassen, auch nicht in das McDonalds, was gleich auf dem Platz war. Wirklich gespürt haben wir das Erdbeben nicht, was nen größeres Nachbeben mit Stärke 6.4 der Beben von vor zwei Wochen war. Wirklich scheiße was da passiert ist und das ist gerade auch überall aktuell und Thema. Mir war sehr mulmig dabei dort zu stehen, obwohl zum Glück nichts weiter passiert ist. Danach sind wir dann noch mal auf nen alten Chinesischen Markt und da haben wir uns entschlossen (übrigens waren wir zu siebt), alle mögliche kleinen Straßenstände mal durchzuprobieren. Mit Fleischspießchen, Chinesischer Pizza, chinesischem Döner, gebratenem Tintenfisch usw. Das war klasse. Abends sind wir dann zurück nach Hangzhou geflogen, aber leider hatte unser Flug 1.5h Verspätung, so dass ich dann 2:30 Uhr im Bett war und um 6:30 Uhr wieder raus auf Arbeit musste. Aber für das Wochenende hat sich der ganze Stress wirklich gelohnt. So. Dann nochmals viele liebe Grüße aus Hangzhou und bis bald. Hannes.

Sonntag, 18. Mai 2008

Fackellauf

Hey, leider habe ich meinen Blog die letzte Zeit echt vernachlässigt und möchte das alles nun diese Woche aufholen und jeden Tag immer ein Bericht über das Erlebte schreiben. Aber jetzt schreibe ich erstmal über heute: den Olympischen Fackellauf. Die Fackel war nun auch endlich bei uns in Hangzhou und ganz Hangzhou hat sich fein gemacht dafür. Dazu wurden extra alle Straßen für Autos der Route gesperrt, was uns ja nicht weiter stört, denn wir fahren ja Fahrrad. Gestern haben sie dazu angefangen an den Seiten der Route die Fußgängerwege abzusperren, um die Straße frei zu halten. Und das Krasse ist wieder, wie schnell sowas in China gemacht wird. Gestern angefangen die ganzen Baugerüste aufzubauen und zusammenzuschrauben, an den Straßenseiten hat man Männer gesehen, welche schlechte Stellen an den Häusern übermalt haben und die Nacht durch die ganzen Bauzäune in verschiedenen Farben angemalt haben und heute abend war schon wieder alles weg und nichts davon zu sehen. Wir sind dann also um 09.00 Uhr heute raus, um um 11:30Uhr die Fackel zu sehen und sind dann teilweise dreispurige gesperrte Straßen mit dem Fahrrad lang, was schon ziemlich geil ist. An der Route angekommen waren da rießige Menschenmassen und eigentlich fast kein Durchkommen. Für mich ist ja das Gute, dass ich hier selbst wenn ich in der 10. Reihe stehe, trotzdem freie Sicht nach vorne habe. Naja. Und dann wollten irgendwie die Polizisten die Menschenmassen nicht durch lassen zu den anderen freien Stellen der Route. Also sind wir dann irgendwo abseits nach einem Schlupfloch Ausschau halten gegangen, aber da waren dann auch überall Polizisten. Irgendwann haben wir dann aber endlich eins gefunden (nen Loch im Zaun, wo oben Stacheldraht drüber war) und konnten dann so doch noch ne super Sicht auf die Route erhaschen in mitten tausend jubelnder Chinesen. Der Fackelzug selbst war recht unspektakulär aber das drum herum war super. Nachdem der Fackelzug vorbei war, wollten wir dann von uns vier noch nen Foto machen lassen und dann begann das eigentliche Spektakel:-): Mit einem mal fanden wir uns in einer riesen Menschentraube wild fotographierender Leute wieder, welche sich dann immer abwechselnd zu uns stellten und fotographieren ließen. War wirklich spaßig. Die Chinesen hier sind wirklich alle immer super nett und hilfsbereit, auch wenn man eher in nem Restaurant oder Hotel ruppig bedient wird. So. Werde dann die nächste Woche noch die anderen Erlebnisse mit Hilfe des Blogs verarbeiten. Bis dann und viele liebe Grüße.

Dienstag, 29. April 2008

Shanghai

Hey. Wie in meinem letzten Posting beschrieben war ich ja dieses Wochenende in Shanghai. Und das war ziemlich geil. Wir sind Samstag früh mit nem Schnellzug für 6€ nach Shanghai, was eine Stunde gedauert hat und echt komfortabel war, komfortabler als in den deutschen ICE's, denn ich hatte jede Menge Beinfreihet, was ich sonst nicht gewohnt bin. Als wir dann in der Stadt angekommen sind, wollten wir zu dem Hotel, wo wir extra uns unsere Zimmer gebucht haben. Aber irgendwie waren unsere Zimmer an andere Leute vergeben. Also haben die uns dann per Taxi in ein anderes und (besseres) Hotel für den gleichen Preis gebracht, was uns aber auch ewig Zeit gekostet hat. Ich hatte Schwein, denn ich habe am Donnerstag meinen Pass zur Verlängerung des Visums abgegeben und zum Glück haben die auch eine Kopie alzeptiert, was nicht alle machen. Dann sind wir los und ab zum Bund. Als Bund bezeichnet man hier die Ansammlung von Hochhäusern mitten in der Stadt. Und die sind wirklich beeindruckend. Dort habe ich dann auch endlich mal nen Foto von nem kleinen Jungen gemacht, der wie alle kleinen Kinder hier nen Schlitz in der Hose hat, weil kleine Kinder hier alles irgendwie überall dürfen. Danach sind wir in die Altstadt und wollten dort in so nen Garten, welcher aber leider schon geschlossen hatte. Also sind ein paar von uns nochmal zurück zum Bund und mit nem Schiff für 5 cent :-) rüber zu den Hochhäusern gefahren und rauf auf so nen Hochhaus, von wo man eine super Übersicht über Shanghai hat. Mit dem Fahrstuhl haben die 80 Stockwerke nur ca. 20 Sekunden gedauert, aber man musste trotzdem ewig anstehen. Aber es hat sich wirklich gelohnt und wir haben tolle Bilder gemacht. Am Abend sind wir in so ne Disco, wo man einmal Eintritt bezahlt hat und dann soviel trinken konnte, wie man wollte. Kennt Ihr ja. Dort habe ich Interns aus Frankreich (Reims) kennen gelernt, welche an der Universität in Shanghai ein Praktikum machen und mit denen habe ich dann einiges getrunken. Was mich am meisten dort aber beeindruckt hat, war ein Türsteher, der 2.30m groß war und riesige Hände hatte und wirklich mit seiner Größe Eindruck geschindet hat. Am nächsten Tag sind wir dann nach dem Auschecken direkt zu McDonalds was essen und ich kann Euch sagen, der BigMac schmeckt überall gleich. Toll. Danach sind wir nochmal auf so nen Markt, wo man Klamotten und elektronische Geräte sehr verbilligt bekommt und ich hab mir nach ewigem Handel ne Handykarte und nen T-Shirt gekauft. Wobei ich wegen der Handykarte erst bei einem anderen Stand war, wo mir die Verkäuferin die Karte mit aller Gewalt in mein Handy gesteckt hat, welche dann aber leider auch nicht mehr raus ging. Erst nachdem ich dann mit ner Pinzette leider auch die Karte zerstört habe, ging sie raus. Aber ich bin einfach gegangen, Karte war zwar kaputt, aber das Handy noch einigermaßen in Ordnung. Die Frau war danach auch ziemlich sauer und hat mir irgendwelche Schimpfwörter auf Chinesisch hinterhergerufen. Joah.
Dieses Wochenende fahre ich nach Xinchang und verbringe meinen Männertag dort. Das muss ne wirklich wunderschöne und typische Chinesische Stadt sein und davon werde ich dann nächstes Woche berichten. Bis dann.