Sonntag, 10. August 2008

Xi'Tang

Hallo, dieses Wochenende war ich wieder mit ein paar Praktikanten von Bosch unterwegs, diesmal in Xi’Tang. Das ist eine wunderschöne typisch alt-chinesische Wasserstadt ungefähr 2 Stunden entfernt von Hangzhou. Xi’Tang hat zwischen den Häusern ein ausgebautes Wassersystem, welches früher für Transportzwecke angelegt wurde und über das 104 schöne alte Steinbrücken gezogen wurden, wozu es wie zu fast allem in China wundervolle oder auch tragische Geschichten gibt. Zu der einen Brücke erzählt man sich zum Beispiel, dass hier vor 300 Jahren eine alte Holzbrücke gestanden haben soll, welche schon sehr morsch und marode war. Eines Tages ging eine hochschwangere Frau über die Brücke, die Brücke brach und die Frau ertrank. Daraufhin hat sich ein Tischler, welcher sehr gerührt von der Dramatik dieser Geschichte war, geschworen, die Holzbrücke durch eine massive Steinbrücke zu ersetzen. Aber leider war Stein damals schon sehr teuer in China und so musste er sehr hart arbeiten, bis er 10 Jahre später vor lauter Erschöpfung verfrüht starb. Leider war die Steinbrücke aber zu dem Zeitpunkt noch nicht fertig gestellt und so hat ihm dann ein Steinmetz, welcher zu ihm ans Sterbebett kam, versprochen, die Brücke fertig zu stellen, was er dann auch schließlich schaffte.
Die wirklich schönen Seiten von Xi’Tang soll man erst am Abend erleben können, da die Stadt dann in einem dusterem Licht eingehüllt wird und überall rote Lampenschirme an den Straßen hängen und so einem ein typisch Chinesischer Flair vermittelt wird. Und da auch die guten Restaurants erst abends aufmachen, haben wir uns dort ein Hostel mit 5 Zimmern genommen, welches wir dadurch komplett ausgebucht und so für uns alleine hatten. Eigentlich war das weniger wie ein Hostel sondern mehr wie ein Ferienhaus ausgestattet mit alten massiven Chinesischen Möbeln. In Xi’Tang wurde auch ein kleiner Teil von „Mission Impossible III“ mit Tom Cruise gedreht, worauf die Stadt sehr stolz ist. So sind wir dann, nachdem wir das Hostel bezogen hatten, durch die Straßen gewandert, woraufhin es mit einmal richtig heftig angefangen hat zu regnen. Aber irgendwie hat das der Stimmung und auch der Stadt kein Abriss getan, denn überall besitzt die Stadt kleine überdachte Korridore und überdachte Promenaden, was einen nur ab und zu zwingt mal ins Freie zu gehen. Langsam wurde es dann auch dunkel und wir haben uns ein Restaurant mit Blick auf den Fluss gesucht. Und wie immer war die Speisekarte natürlich komplett auf Chinesisch, wodurch wir wieder mit Händen und Füßen versucht haben verständlich zu machen, was wir eigentlich wollten bzw. einfach irgendwas auf der Karte gezeigt haben. Wir hatten dann am Ende Fisch, Krebse und so ne Art Schweinshaxe. Danach haben wir dann noch ne Bootstour gemacht und sind dann in eine kleine Bar, wo uns ein paar Chinesen ständig zum Trinken aufgefordert haben. Denn je weiter man von den Großstädten weg kommt, desto mehr schauen die Chinesen nach einem und wollen Fotos mit dir machen, da Westler in den kleinen Dörfern eher eine Seltenheit sind. Selbst Xi’Tang, was eine typische Chinesische Touristenstadt ist, sieht selten Westler, da sie eher unter Chinesischen Touristen beliebt ist. Und so sind wir nach jeder Menge Bier und Schnaps und vielen Tausend Fotos später glücklich und zufrieden noch an einem Straßenstand was Essen gegangen, wo man sich kleine Spießchen mit Fisch, Tintenfisch, kleinen Vögeln und auch Gemüse aussuchen und direkt grillen lassen kann. Sehr sehr lecker. Nach dem Aufstehen sind wir noch ein wenig durch die Straßen gelaufen und dann hat uns ein Chinesisches Kamerateam angehalten, welches uns unbedingt begleiten wollte und uns beim Probieren von Chinesischen Spezialitäten filmen wollte, was wir dann auch eine halbe Stunde mit uns machen lassen haben und schließlich Kekse probiert haben, welche uns ein wenig von der Farbe und Konsistenz an Beton erinnert haben. Aber lecker waren die. Und danach sind wir wieder zurück nach Hangzhou, denn so hübsch Xi’Tang auch ist und so beeindruckt man von der Chinesischen Schönheit ist, wenn man die Stadt das erste Mal sieht, so klein ist sie leider auch. Bis dann.

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